Einlick ins Training

„Simply fair“ kann man in jedem Sattel reiten.

Um genauer darauf einzugehen, es gibt für mich zwei „Reitweisen“: gutes und schlechtes Reiten!

Gutes Reiten geht in jedem Sattel und hat nichts mit einer bestimmten Reitweise zu tun. Ihr werdet sehen, die unterschiedlichen Reitweisen sind überhaupt nicht verschieden!

Schaut man sich die Geschichte der Reiterei an, stellt man fest, dass die alten Reitmeister aller Sparten die gleichen Ansätze und Ausbildungswege hatten. – Ganz egal ob es sich dabei um Reiter aus dem Englischen, Western, der akademischen Reitkunst oder der altkalifornischen Arbeitsreiterei handelte. Sie alle verfolgten ein Ziel: Ein korrekt gerittenes, fein reagierendes Pferd, das sich selbst trägt, Freude an der Arbeit hat und im Rahmen der Möglichkeiten schonend und pferdegerecht ausgebildet wurde, damit es lange gesund bleibt. Vom Grundgerüst sind die Reitweisen also in Wirklichkeit gar nicht so unterschiedlich. Auch die Ausbildungsskalen ähneln sich, genauso wie Lektionen und Übungen.

Das Westernreiten, welches mir persönlich am meisten Spaß bereitet, hat nichts mit dem oft schnellen „Parat machen“ von jungen Pferden mit Hilfe von Sporen, Drawreins (Schlaufzügel) und Bits (Westernkandare) zu tun. Wie auch die alten Reitmeister, lege ich vielmehr Wert auf eine reelle Grundausbildung und eine korrekte Gymnastizierung. Das Pferd soll sich biegen, stellen, geschmeidig werden, sich tragen und den Rücken öffnen. Wenn das erreicht ist, kann man mit dem Pferd alles machen: Ganz egal, ob wir dann am losen Zügel einen langsamen Westernjog oder Lope (gesetzter, ruhiger Galopp) reiten, oder eben in Aufrichtung einen versammelten Trab oder Galopp. Egal ob ein Spin oder eine imposante Galopppiruette – all diese Lektionen setzen ein Pferd voraus, das auf der Hinterhand ist, den Rücken öffnet, willig mitarbeitet und sich selbst trägt.

Ihr seht – die unterschiedlichen Reitweisen sind überhaupt nicht verschieden! Das gilt auch für das Grundgerüst der Hilfen: ein sehr guter Englisch-Reiter kann meist problemlos ein sehr gut gerittenes Westernpferd reiten und umgekehrt.

In meinen Augen gibt es somit kein „englisch“ oder „Western“ – sondern nur ein feines Reiten mit leichten Hilfen und das möchten wir unseren Kunden vermitteln. Ob nun mit englischen Sattel oder Westernsattel, ob in Aufrichtung oder am langen, durchhängenden Zügel – das „Reiten“ ist gleich! Wählt den für euch richtigen Weg, den Weg der euch und eurem Pferd mehr Spaß bereitet. Ich werde euch gerne dabei unterstützen.

Throw your heart over the fence, your horse will follow.

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© Nadine Wilschrei